Portrait

Annabelle Wiegart und das ZB-Lab

Annabelle Wiegert an ihrem Arbeitsplatz
Annabelle Wiegart an ihrem Arbeitsplatz (Bild: ZB Zürich, C. Schmid)

«Vor einem Problem zu stehen, zu studieren, zu knobeln, zu experimentieren und dann zu einer sichtbaren Lösung zu kommen, ist unglaublich befriedigend»

Schon während ihres Studiums in Informationswissenschaft hat Annabelle Wiegart ihre Leidenschaft für das Programmieren entdeckt. Nach viereinhalb Jahren in der Abteilung Printmedien der Zentralbibliothek hat sie den Quereinstieg gewagt und sich auf die neu geschaffene Stelle als Softwareentwicklerin im ZB-Lab beworben. Seit Januar 2021 katalogisiert sie nicht mehr, sondern stellt Prototypen für unterschiedlichste Anwendungszwecke her – seien es zusätzliche Funktionen für IIIF-Viewer, ein Metadatenaufbereitungsworkflow für den Bildupload bei Wikimedia Commons oder automatisiert erstellte Bildgalerien.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Bibliothekswesen nicht halt. Neue Fähigkeiten und digitale Kompetenzen gehören je länger je mehr zum Profil einer Bibliothekarin. Natürlich sei es keine Voraussetzung, Programmiersprachen zu beherrschen. Im Hinblick auf neue datenbasierte Services sei eine grundlegende Datenkompetenz aber zentral. Mit mehreren hunderttausend neuen Digitalisaten pro Jahr produzieren Bibliotheken wie die ZB eine unglaubliche Menge an Daten. Hier gebe es Aufholbedarf: Diese Daten müssen für die Forschung nutzbar gemacht werden.

«Es fehlte mir an weiblichen Vorbildern in der Softwareentwicklung»

Wenn Annabelle sich nicht gerade den Kopf über eine scheinbar unlösbare Programmieraufgabe zerbricht, widmet sie sich der Musik. Neben Trommeln und Schlagzeug reizt sie dabei insbesondere die elektronische Musikproduktion. Auch hier wird ihre Leidenschaft für das Experimentieren deutlich: «Ich interessiere mich nicht in erster Linie für bestimmte Genres, sondern dafür, wie Töne digital synthetisiert werden». Als Softwareentwicklerin und IT-Begeisterte fehlte es ihr in ihrer Ausbildung an weiblichen Vorbildern, was sie jedoch nicht davon abgehalten hat, ihrer Passion nachzugehen. In ihrer neuen Rolle ist es ihr ein Anliegen, zu begeistern und zu motivieren. «Wenn sich Lernende, Praktikantinnen oder Bibliothekarinnen für die Softwareentwicklung interessieren: Probiert es aus!»

Severin Pomsel
Marketing und Kommunikation