Wissensdurst – Information und wir
Eine Ausstellung über Wissen und Information: ein kulturwissenschaftlicher Streifzug durch die Informations- und Wissensgeschichte der Neuzeit – multimedial, interaktiv und partizipativ.
Grosse Themen
Wissen und Information beschäftigen Bibliotheken als Wissens- und Gedächtnisinstitutionen und die digitale Informationsgesellschaft als Ganzes. Mit der Ausstellung «Wissensdurst – Information und wir» lud ein Kurationsteam der Zentralbibliothek Zürich (ZB) dazu ein, sich mit diesen grossen Themen auseinanderzusetzen.
Aus unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Perspektiven und vielstimmig beraten von den Spezialsammlungen kuratierten Stefanie Ehrler, René Schurte und Lothar Schmitt eine Schau, mit der sie das Publikum auf einen Streifzug von der Gegenwart in die frühe Neuzeit und wieder zurück mitnahmen. Wie werden Informationen verbreitet, visualisiert, gesammelt, geordnet und aufbewahrt? Und wie hängen Wissen und Macht zusammen? Entlang mehrerer Fokusthemen begaben sich die Besucherinnen und Besucher auf eine Entdeckungsreise.
Multimedial, interaktiv, partizipativ
Die stillen Stars jeder ZB-Ausstellung sind die kulturhistorischen Exponate aus den Sammlungen. Multimediale, interaktive und partizipative Elemente verbanden sie in der «Wissensdurst»-Ausstellung mit der Gesellschaft der Gegenwart und der Lebenswelt jeder und jedes einzelnen.
Mit Klebepunkten, Notizzetteln und Karteikarten beantworteten die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung Fragen zum eigenen Informationsverhalten. Darunter beispielsweise: Wie informieren Sie sich im Alltag? Wie sammeln und ordnen Sie Informationen? Und welche Informationen behalten Sie lieber für sich? An mehreren Screens gab es zudem Videos und spielerische interaktive Anwendungen zu entdecken, etwa ein Quiz, Interviews mit Expertinnen und das Flüsterspiel in digitaler Form.
So hatten alle Gelegenheit, den für sich passenden Zugang zum Thema zu finden, sei er analog oder digital, visuell oder auditiv. «Information ist Wissen in Aktion», sagt der Informationswissenschaftler Rainer Kuhlen – die Aktion brachten die Besucherinnen und Besucher in die Ausstellung ein.
Podien, Workshops, Führungen … und die Lange Nacht
Anfang September – an der Vernissage und während der Langen Nacht der Zürcher Museen – erweckten die Besucherinnen und Besucher die Ausstellung zum Leben und weihten die partizipativen Ausstellungsstationen ein. 2 Podiumsdiskussionen, 3 Workshops und 17 Führungen boten während den drei Ausstellungsmonaten Gelegenheit, die Schau und die Ausstellungsthemen noch auf andere Weise zu entdecken.
Im Rahmen der Podien diskutierten namhafte Fachpersonen aus Forschung und Journalismus über Desinformation in Zeiten von generativer KI und über die Zukunft der Medien. In den Workshops erarbeiteten Informationsspezialistinnen und -spezialisten der ZB mit den Teilnehmenden niederschwellig und unterhaltsam die Themen Desinformation, private Wissensorganisation und KI – unter anderem mit dem Spiel Newsmaker, das die ZB zusammen mit einer Gamedesignerin entwickelt hat.
«Dies sollte zu einer Dauerausstellung werden»
Rund 1000 Personen besuchten die Ausstellung während der dreimonatigen Laufzeit. Dank dem Ausstellungs-Gästebuch und dem ZB-Dialog – dem Nutzenden-Forum der ZB – ist bekannt, was den Besucherinnen und Besuchern gefallen hat. «🤍-lichen Dank für neue Gedanken + ein bisschen ‹Ordnung›», schreibt jemand. «Die Ausstellung sollte zu einer Dauerausstellung werden», findet jemand anderes. Natürlich haben die Verantwortlichen im Themenraum Turicensia und der Schatzkammer – den beiden Ausstellungsräumen der ZB – trotzdem Platz gemacht für Neues und die Exponate der «Wissensdurst»-Ausstellung schlummern längst wieder in den Magazinen.
Stefanie Ehrler
Mitarbeiterin Abteilung Turicensia, Co-Kuratorin der Ausstellung
Ausstellung verpasst? Auf der Ausstellungs-Webseite sind die Videointerviews mit Expertinnen für Bestandserhaltung, Visualisierung und Desinformation auch jetzt noch verfügbar.












