Mona Meier zwischen Fragen und Antworten
In der Zentralbibliothek Zürich, in der täglich jede Menge Antworten auf Fragen recherchiert werden, ist Mona Meier (28) eine der Personen, deren Job es ist, Antworten zu liefern, die nicht in den Tiefen der Magazine oder des Internets zu finden sind. Wo finde ich dies? Wie funktioniert das? Was mache ich, wenn?

Ende 2022 startete sie in der ZB Vollzeit im Kundenservice. Zuvor absolvierte sie zuerst eine Lehre als Buchhändlerin, dann die Berufsmatura, hing ein Bachelorstudium in Information Science an der Fachhochschule Graubünden an und schloss ein einjähriges Praktikum bei der SRG ab.
In der ZB übernahm sie schon bald erste Schulungen für Maturanden und Aufgaben aus der Abteilung Informationskompetenzvermittlung, Digitale Dienste und Entwicklung (kurz IDE) kamen hinzu, sodass sich ihre Arbeitsbereiche ab 2025 zu jeweils 50% zwischen Kundenservice und IDE aufteilen.
Am meisten Freude bereitet ihr der Austausch mit den Besuchenden – ob an der Infotheke oder bei Führungen und Schulungen.
Dadurch wird ihr Arbeitsalltag noch abwechslungsreicher, als er es im Kundenservice sowieso schon ist. Am meisten Freude bereitet ihr der Austausch mit den Besuchenden – ob an der Infotheke oder bei Führungen und Schulungen. Es erwartet sie täglich Neues: «Man lernt viel dazu und sitzt nicht nur im Büro vor dem PC.»
Ihre Arbeitsplätze sind an der Infotheke, im Büro am Telefon, aber auch in der gesamten ZB, wenn sie Führungen, beispielsweise «Die ZB in 20 Minuten», oder Schulungen gibt. In jedem ihrer Tätigkeitsbereiche werden Mona jede Menge Fragen gestellt, wodurch es eine ihrer Hauptaufgaben ist, ihr Wissen weiterzugeben. Da die meisten Besuchenden besonders an der Infotheke erwarten, dass sie und ihre Kolleg*innen jede Frage beantworten können, hat Mona den eigenen Anspruch, mit anderen Mitarbeitenden in der ZB in regem Austausch zu sein. Sich darüber zu informieren, was in der Bibliothek passiert und aktuell ist, und sich auch dafür zu interessieren, ist ihr wichtig. Nur so kann sie ihr Wissen entsprechend und ansprechend weitergeben.
Auf die Frage, über welches Medium sich Mona am liebsten neues Wissen aneignet, beispielsweise in der Vorbereitung für einen Workshop, sagt sie, dass es ihr schwerfällt, sich auf ein Medium festzulegen. Sie nutzt einen Mix aus Zeitungen, Internetseiten, Podcasts, Büchern und vielem mehr. «Wichtig ist, dass man von verschiedenen Quellen und Medien, also von verschiedenen Wegen an das Thema herangeht, um möglichst viel mitzunehmen.»
Bei den Schulungen und Führungen hat die Wissensvermittlung für sie einen besonders hohen Stellenwert. Hier ist dieser Aspekt ihrer Tätigkeit besonders präsent, da die Besuchenden sich aktiv für die Veranstaltungen anmelden und sich erhoffen, ganz spezifisches Wissen vermittelt zu bekommen. Die unterschiedlichsten Publikumsgruppen erwarten sie dabei, auf die sie sich nicht immer im Vorhinein einstellen kann, sondern flexibel reagieren können muss. Denn zur Führung «Die ZB in 20 Minuten» können alle unangemeldet kommen. Sie weiss nie, wer vor ihr stehen wird. Mit der Zeit kommt man als Bibliotheksführerin jedoch in die Routine, sagt Mona und beobachtet selbst, dass sie inzwischen Souveränität in den unterschiedlichsten teils unerwarteten Situationen dazugewonnen hat.
Wichtig ist ihr, mit den Führungsangeboten zu zeigen, dass die ZB nicht nur ein Ort für Studierende ist, sondern für alle. Manche Besuchendengruppen müssen erst an die ZB herangeführt werden. Dafür ist sie da. Sie möchte die Hemmschwelle senken, in die ZB zu kommen und das Wissen über passende Serviceangebote weitergeben. Daher weist sie z.B. gerne auf das kostenlose Streaming-Angebot der ZB oder kommende Veranstaltungen hin, was gerade passt oder die Zuhörenden besonders interessieren könnte. Mit ihrem vielfältigen Wissen kann sie individuell auf die Personen und ihre Bedürfnisse eingehen.
Das viele positive Feedback nach ihren Führungen oder Schulungen zeigt Mona jedes Mal aufs Neue, warum sie ihren Job macht. Zu hören, dass die Besuchenden ihre Dienstleistung zu schätzen wissen und etwas für ihr Studium oder ihren Alltag gelernt haben, bereichert ihr Arbeitsleben.
Manchmal entstehen aber auch herausfordernde Situationen. Denn nicht alle kommen gut gelaunt in die ZB, etwa an die Infotheke. Aber Mona sagt: «Hier helfen mir meine Erfahrungen als Buchhändlerin. Bereits in der Ausbildung habe ich gelernt, als Dienstleisterin mit den unterschiedlichsten Personen professionell umzugehen.»
Schon immer bereitete es ihr Spass, sich in neue Themen einzuarbeiten, zu recherchieren und neues Wissen zu sammeln. Im Rahmen der vergangenen Ausstellung «Wissensdurst – Information und wir» hat Mona einen Workshop zum Thema Künstliche Intelligenz konzipiert und zwei Mal durchgeführt. Dass der Workshop schliesslich super ankam, motiviert sie, auch weiterhin solche Veranstaltungen auf die Beine zu stellen – und das obwohl sich Mona früher, vor ihrem Job in der ZB, nie hätte vorstellen können, dass es ihr einmal Freude bringen und leichtfallen würde, eine fremde Personengruppe durch Workshops oder Führungen zu leiten. Den Ausgleich zur Arbeit findet sie im Sport. Besonders beim Spinning-Kurs mit Musik kann sie gut abschalten und sich auspowern.
Aufgezeichnet von Lara Janke
Mitarbeiterin Marketing und Kommunikation